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Networking für JungunternehmerInnen
von Adrian Liggenstorfer, Gründer und Präsident Pioneers’ Club PCU (www.pcunetwork.com)

publiziert in der Handelszeitung vom 28. Februar 2007

Die Bedeutung sozialer Netze ist im Geschäftsleben traditionell hoch. Früher bewegte man sich primär innerhalb eines natürlichen Netzwerks, in das man hineingeboren wurde. Im Zuge von Chancengleichheit und Anonymität erhöhte sich die soziale Mobilität zwischen den Schichten und das Individuum tut gut daran, sein eigenes Netzwerk aufzubauen oder sich in bereits vorhandene Netzwerke einzugliedern. Was einst als Seilschaften und Nepotismus abqualifiziert wurde, erfährt unter der Bezeichnung „Networking“ mittlerweile öffentliche Wertschätzung. Die Fähigkeit zum „Business Networking“ gilt gar als Schlüsselkompetenz und manche Experten schätzen das „Know-who“ höher ein als das „Know-how“. Erfolg beruht nie allein auf eigener Leistung; Bekanntheitsgrad und das entsprechende Image zählen zu den wichtigsten Faktoren.

Je nach Branche mangelt es Jungunternehmern weniger an persönlicher Leistungsfähigkeit, als an Zeit, finanziellen Mitteln und einem unterstützenden Netzwerk. Die Möglichkeiten der schnellen und zielgerichteten Kontaktaufnahme mit Experten, potentiellen Auftraggebern, Investoren, Mitarbeitern und Geschäftspartnern sind in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden. Während sich früher in exklusiven Zirkeln beste Beziehungen knüpfen liessen, finden Jungunternehmer im Internet ein vielfältiges Angebot an virtuellen Businessclubs, welche ohne weitere soziale Verpflichtungen die effiziente Aufgleisung eines Kontaktes bieten können, wohl aber kaum je ein persönliches Treffen ersetzen werden.

Für Jungunternehmer ist der Erfahrungsaustausch untereinander innerhalb eines Netzwerks von grossem Nutzen, denn niemand ist zum Unternehmer geboren und niemand kann sich zum Unternehmer ausbilden lassen, sondern ein jeder muss das Erkennen von Chancen und das Abwägen von Risiken mittels „learning by doing“ erlernen. In einem Jungunternehmernetzwerk können Kooperationspartner gefunden und Synergien geschaffen werden, Projektteams branchenübergreifend zusammengestellt und Mentoren wie auch Türöffner getroffen werden.

Unabhängig welchen Netzwerks man sich bedient, erfolgreiche Akteure in sozialen Netzwerken gehen offen auf andere Menschen zu und investieren in jede einzelne Beziehung, denn Profiteure werden schnell entlarvt. „Man muss Menschen mögen“ ist eine wichtige Grundhaltung. Anderseits kann ein allzugrosses Netzwerk kaum mehr in einem vernünftigen Zeitaufwand gepflegt werden und verkommt bald zu einem blossen Adressbuch, ohne Beziehungen.

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