Warum man jetzt kein Start Up gründen sollte
April 24, 2007
Zu jung? Zu unerfahren? Keine Idee? Der legendäre amerikanische Investor Paul Graham sagt, welche Argumente oft gegen das Gründen angeführt werden und wieso die allesamt nicht zutreffen. (Graham ist übrigens auch Autor dieses lesenswerten Essays über das Hype-Wort Web 2.0)
Auch Filmmusiker und Oskargewinner Hans Zimmer schlug in die selbe Kerbe, wenn er sagte, dass v.a. in Deutschland und der Schweiz 1000 Gründe genannte werden, warum diese verrückte Idee nicht klappen wird, währenddem in Hollywood und im Silicon Valley verrückte Ideen Vorbedingung seien, um überhaupt zu starten.
In einem lesenswerten Aufsatz, in dem Paul Graham sich ausschließlich auf Internet-Gründer bezieht, beginnt der prominente Investor mit einer netten Beschreibung erfolgreicher Jungunternehmer: “In fact, I’d guess the most successful startups are the ones started by uncertain hackers rather than gung-ho business guys.”
Zu jung zum Gründen!
Zu jung gibts nicht. Jeder der erwachsen ist, kann es packen.
Zu unerfahren!
Wer 23 ist, hat demjenigen gegenüber einen Vorteil, der 21 Jahre alt ist. Und auch wer schon ein paar Jahre gearbeitet hat ist möglicherweise im Vorteil. Aber es geht auch ohne: Viele Beispiele von Jungunternehmern zeigen, dass sie es, wenn nicht beim ersten Mal, dann eben beim zweiten Mal geschafft haben.
Nicht besessen genug?
“You need a lot of determination to succeed as a startup founder. It’s probably the single best predictor of success.” Tja, hier muss eben jeder selbst wissen, wo er steht.
Nicht pfiffig genug!
Wer sich schon darum sorgt, nicht clever genug zu sein, ist es, meint Graham. Denn zum Gründen braucht man nicht viel Intelligenz: „Most companies do more mundane stuff where the decisive factor is effort, not brains.”
Kein Co-Gründer
Das Gründen ohne Kompagnon ist problematisch. “A startup is too much for one person to bear.” Aber auch, weil Investoren eher Teams finanzieren als einzelne Gründer. Sehr schön auch der Tipp, wie man Co-Gründer findet: „If there’s no one where you live who wants to start a startup with you, move where there are people who do. If no one wants to work with you on your current idea, switch to an idea people want to work on.”
Keine Idee
Auch das ist kein wirkliches Problem. Die Erfahrung zeigt, so Graham, dass die meisten Startups ihr Geschäftsmodell sowieso im Laufe der Zeit verändern. Die Gründer sind uns deswegen auch wichtiger, als die ursprüngliche Idee.
„Ideen gibt es genug“, sagte einst Oliver Samwer, es fehlen nur die Menschen, die sie umsetzen“.
Und wer doch erst eine Idee finden will, dem rät Graham etwas zu suchen, das im eigenen Leben fehlt, egal, ob das vielen fehlt oder nur einem selbst. „Steve Wozniak built himself a computer; who knew so many other people would want them?”
Angst vor der Unsicherheit
Viele haben Angst vor der Unsicherheit, die das Gründen mit sich bringt. In der Tat, wer in einem Konzern arbeitet, weiß ziemlich genau, was ihn in den nächsten Jahren erwarten wird. In einem Startup kann alles passieren.
Graham meint, wer gründet, sollte immer daran denken, dass das Unternehmen wahrscheinlich scheitern wird.“Hope for the best, but expect the worst. In the worst case, it will at least be interesting. In the best case you might get rich.”