Kolloquium des Liberalen Instituts
„Unternehmergeist/Unternehmertum -
aus der Perspektive von Joseph A. Schumpeter“
Alte Sternwarte der ETH Zürich, 3./4. Mai 2007

Das Liberale Institut befasst sich in diesem Jahr mit dem Schwergewichtsthema „Unternehmergeist/Unternehmertum“. Freiheit ist auf kreative Persönlichkeiten angewiesen, die Tradition mit Innovation verbinden und sich durch Versuch und Irrtum dem Wettbewerb um die jeweils bestmögliche Lösung stellen. Das Thema „Unternehmertum“ soll weit gefasst und aus verschiedener Perspektive beleuchtet werden. Dabei wird der Tatsache Rechnung getragen, dass alle Menschen als „Unternehmer ihres eigenen Lebens“ herausgefordert sind.

Unternehmergeist, schöpferische Zerstörung und Innovation – das sind Begriffe, die unweigerlich mit Joseph A. Schumpeter, einem der grossen Ökonomen des 20. Jahrhunderts in Verbindung gebracht werden. Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung basiert auf dem Wechselspiel zwischen pionierhafter Innovation und Imitation. Der schöpferische Unternehmer ist der Pionier. Er zeichnet sich durch Gespür für das Neue, durch Charisma und Risikobereitschaft aus, aber auch durch die Fähigkeit, das notwendige Kapital für seine Ideen aufzutreiben. Ein solcher Unternehmergeist erzeugt Innovation, die Triebfeder des Kapitalismus und damit des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts.

Im Erfolg des Kapitalismus sieht Schumpeter allerdings auch den Keim seines Untergangs. Der Kapitalismus erzeugt auf Dauer Grosskonzerne und eine bürokratische Rationalisierung. Dies führt, so Schumpeter, zu einer engen Verflechtung von Staat und Wirtschaft, die sich von einem sozialistischen System kaum mehr unterscheidet. So gesehen, zerstört der Kapitalismus letztlich seine kulturellen Grundlagen, auf denen hinreichend innovative Persönlichkeiten entstehen können.

Ist daher die freie Marktwirtschaft ein Nullsummenspiel?

Wird Neues, wie es Schumpeter behauptet, nur durch Zerstörung des Alten geschaffen?

Gibt es im Kapitalismus eine Logik der Akkumulation, die letztlich zu dessen Niedergang führt?

Was zeichnet gutes Unternehmertum aus?

Setzt der Unternehmergeist bestimmte kulturelle und sittlich-moralische Bedingungen voraus?

Erzeugt und erfordert eine mobile und vernetzte Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft nicht einen neuen Typus des Unternehmers?

Solche und weitere Fragen sollen am diesjährigen Kolloquium des Liberalen Instituts interdisziplinär und angewandt auf verschiedene Bereiche von Gesellschaft und Wirtschaft diskutiert werden. Es steht der freie Gedankenaustausch über die Voraussetzungen und die praktische Relevanz von Unternehmergeist und Unternehmertum im Mittelpunkt. Die Thesen Joseph A. Schumpeters sollen dazu Inspiration bieten.

Das Kolloquium findet statt am 4. Mai 2007, in der Alten Sternwarte der ETH Zürich. Es ist für Mitglieder des Liberalen Instituts zugänglich. Das Einleitungsreferat findet am 3. Mai, um 19.00 Uhr im Zunfthaus zur Zimmerleuten statt.

Anmeldung: bitte hier klicken.

Kontakt für weitere Informationen:
Dr. Bernhard Ruetz
Tel. +41 (0) 44 364 16 66
Email: ruetz@libinst.ch

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